Atempause – Pfingsten

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Sie hören: Süddeutsches Gitarrenduo Helmut Rauscher & Ernst Greinacher mit „Sonate für zwei Gitarren D-Dur, Romanze“ von Christian Gottlieb Scheidler (1752-1815). Mit freundlicher Genehmigung.

pfingstenskoptSieger Köder „Ich werde von meinem Geist ausgießen“ (Apg 2)
© Sieger Köder – Schwabenverlag D 7302 Ostfildern

Ein Bild, auf dem man sich erst etwas zurecht finden muss. Doch dann ganz deutlich:

Ein Haus mit vielen Fenstern

Ganz unten im Keller, fast vernagelt und verrammelt: Menschen – Der Künstler sieht darin die Menschen, die den Turm Babel bauen wollten – ohne Geist, ohne Gott, ohne Sinn.

In der Mitte: Eine kleine Gruppe und einer, der sich weit zum Fenster hinaus lehnt mit dem Buch, das die Aufschrift trägt: Gute Nachricht.

In der ersten Fensterreihe: Drei, kirchlichen Insidern bekannte Gestalten. Der evangelische Pfarrer Dietrich Bonhoeffer, der orthodoxe Patriarch Athenagoras und Papst Johannes XXIII., der mit dem 2. Vatikanische Konzil das Fenster zur Welt öffnet.

In der oberen Reihe: mit dem Christus-Banner ein Jugendlicher in der Nazizeit, eine Weisse und ein Schwarzer mit der Friedensfahne und einer, der gewaltig Dampf macht.

Darüber, wo das Bild schon aufhört: ein leeres, offenes Fenster. – Wie es wohl weiter geht? – Wo sind heute die von Gottes Geist geöffneten Fenster?

 

blumorn1

Was dem Geist Gottes alles möglich ist, wenn er die Fenster geöffnet hat, das besingt die Pfingstsequenz:
Komm herab, o Heil’ger Geist,
der die finstre Nacht zerreißt,
strahle Licht in diese Weit.

Komm, der alle Armen liebt,
komm, der gute Gaben gibt,
komm, der jedes Herz erhellt.

Höchster Tröster in der Zeit,
Gast, der Herz und Sinn erfreut,
köstlich Labsal in der Not,

in der Unrast schenkst du Ruh,
hauchst in Hitze Kühlung zu,
spendest Trost in Leid und Tod.

Komm, o du glückselig Licht,
fülle Herz und Angesicht,
dring bis auf der Seele Grund.

Ohne dein lebendig Wehn
kann im Menschen nichts bestehn,
kann nichts heil sein noch gesund.

Was befleckt ist, wasche rein,
Dürrem gieße Leben ein,
heile du, wo Krankheit quält.

Wärme du, was kalt und hart,
löse, was in sich erstarrt,
lenke, was den Weg verfehlt.

Gib dem Volk, das dir vertraut,
das auf deine Hilfe baut,
deine Gaben zum Geleit.

Laß es in der Zeit bestehn,
deines Heils Vollendung sehn
und der Freuden Ewigkeit.

… und was wirkt Gottes Geist heute, wenn wir ihn die Fenster öffnen lassen?
– unter uns? – bei mir?

 

blumorn1

Gebet

Schick uns Deinen Heiligen Geist,
der uns Mut macht, Fenster zu öffnen,
der uns Mut macht, uns aus dem Fenster zu lehnen,
der die Angst von unserer Seele nimmt und frei macht Deinem Ruf zu folgen.

Schick uns Deinen Heiligen Geist,
der uns begeistert von Deiner Guten Nachricht erzählen lässt,
der uns ansteckt, uns anzündet und uns zusammen mit anderen zum Tun kommen lässt,

der die Kraft hat das Angesicht der Erde zu erneuern.

Schick uns Deinen Heiligen Geist,
der zu allen Zeiten ein Zeichen für die Menschen war,
dass uns Gott nicht allein gelassen hat,
dass Jesus unser Bruder mit uns auf dem Weg ist,
dass wir mit seiner Kraft hoffen und vertrauen dürfen.

Schick uns Deinen Heiligen Geist,
lass ihn in uns und aus uns sprechen,
damit er spürbar wird
in jedem Funken Hoffnung,
in jedem guten Wort,
in jedem Schritt, der Menschen zu Deines Geistes Kindern werden lässt.

Schick uns Deinen Heiligen Geist,
damit er in uns wohnt und wirkt heute und jeden Tag neu.

Zusammengestellt von Richard Pschibul