
Vor ein
paar Tagen hat mich Herr Pfarrer Bertl gebeten kurz aus der Sicht der Kurbetriebe
zu beleuchten wie wir die evang. Kirchengemeinde wahrnehmen.Gerne komme ich
diesem Wunsche nach.
„Gönn Dir eine Atempause für die Seele“, unter diesem Motto findet regelmäßig
ein Programm der Kurseelsorge in unseren Klinken statt. Kurseelsorge ist das
Stichwort und damit die Verbindung zu unseren Kurbetrieben.
Aber was
bedeutet nun eigentlich „Kurseelsorge“ genau ?. Erstaunlich - meine Suche im
Brockhaus fand keinen Eintrag!
Daraufhin meine Suche im Internet: 9610 Einträge – aber stellen Sie sich vor:
an aller erster Stelle erscheint „Kurseelsorge Bad Waldsee“. Toll – ich war
„platt“.
Wir behandeln
unsere Patienten in den Städt. Kurbetrieben ganzheitlich, d.h. Körper, Geist
und Seele sind in Einklang zu bringen und gesund werden kann nur der Mensch,
der nicht nur seinen Körper sondern gerade auch Seele und Geist im Blick behält.
Kurseelsorge hat einen besonderen Akzent im Dienst des Kranken. So leistet die
Seelsorge in unseren Kliniken Hilfestellung bei der Stärkung der geistigen und
spirituellen Kräfte, zur Bewältigung der damit verbundenen Lebens- und Sinnfragen
. Dies gerade unter dem Gesichtspunkt nicht mehr rückgängig zu machender gesundheitlicher
Einschränkungen und körperliche Leiden.
Durch die Angebote der Kurseelsorge im Bereich von Gesprächsabenden, Vorträgen, musischen Abenden zur Besinnung, Gottesdiensten, Einzelgesprächen oder auch einem breit gefächerten Programm an Meditationsmöglichkeiten leisten Sie einen wichtigen Beitrag in unserem Therapieangebot.
Wichtig erscheint mir darauf hinzuweisen dass wir im Gesundheitswesen und sie im kirchlichen Bereich keine Waren produzieren . Wir arbeiten mit Menschen die unserer persönlichen Ansprache und Zuneigung bedürfen. Dies dürfen wir unter all dem Kostendruck niemals vergessen.
Schmerzlich vermisst haben wir daher das Fehlen der Stelle des evang. Kurseelsorgers und ich bin froh und dankbar heute sagen zu können dass mit Hr. Pfarrer Reitzig diese freie Stelle besetzt werden konnte. Hierfür auch herzlichen Dank im Namen unserer Patienten.
Positiv sehe ich auch unsere regelmäßigen Gesprächsrunden mit den Kirchenvertretern vor Ort und Herrn BM Weinschenk . Hierbei tauschen wir unsere Anliegen und Sorgen stets zum Wohle unserer Patienten und Kirchenmitglieder aus.
Veränderungen der finanziellen, wirtschaftlichen, technischen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen stellen uns alle vor große Herausforderungen. Gerade die mit Ihnen durchgeführten Erfahrungsaustausche (neudeutsch: Kooperationen ) sind wichtig um gemeindliche und kirchliche Zukunft mitgestalten zu können.
Das Angebot der Kurseelsorge sowie der Gottesdienste bildet hierbei einen elementaren Baustein und trägt dazu bei, dass wir in den wichtigen Fragen des Lebens weiterkommen und auch die richtigen Antworten finden.
Kurseelsorge ist solidarischer Dienst, denken sie daran viele Patienten in der Rehabilitation kommen aus anderen Bundesländern, Kurseelsorge ist therapeutischer Dienst und Kurseelsorge ist Dienst der Kirche am Kurort.
Ich bedanke mich heute bei Ihnen für diesen Dienst der Kirche am Kurort und die gelebte Zusammenarbeit. Die Kurseelsorge ist nicht mehr wegdenkbar aus unserem Therapieangebot.
So verstehen wir uns beide als heilender Dienst gemäß dem Auftrag Jesu „Zu verkünden und zu heilen.“
Dankeschön !!